Lesehündin Lia kann Kindern und Jugendlichen mit Leseschwäche helfen, diese abzulegen.

Was?

Um gleich das häufigste Missverständnis aus dem Weg zu räumen: Nein, Lesehunde können nicht lesen. Jedenfalls keine Buchstaben und Wörter.

Lesehunde sind speziell ausgebildete und zertifizierte Hunde. Sie sind ein Förderprogramm für Kinder und Jugendliche mit Leseschwäche. Sie können ihnen helfen, diese abzulegen. Lesehunde sind geduldige, zuverlässige und kinderliebe Hunde. Die Zertifizierung wird jährlich aufgefrischt.

Warum?

Kindern fällt es manchmal schwer, zu lesen. Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein und führen manchmal in einem Teufelskreis. Nicht alle Kinder lernen gleich schnell lesen. Und nicht alle haben gleich viel Freude daran. Das ist ganz normal. Ein Kind das eher langsam lesen lernt, kann das Lesen manchmal als anstrengend empfinden, wodurch es das Lesen wenn immer möglich vermeidet und den Lernprozess so weiter verlangsamt. Kommen weitere Faktoren hinzu, beispielsweise negative Erfahrungen durch Mobbing beim Vorlesen, wird das Kind dem Lesen wohl nichts positives mehr entgegenbringen können. Das nötige Selbstvertrauen ist weg. Es könnte zu einer Leseschwäche führen.

Hier kann ein Lesehund helfen, diese Spirale zu durchbrechen.

Wie?

Die meisten Kinder lieben Hunde. Beim Förderprogramm mit einem Lesehund, liest ein Kind mit Leseschwäche dem Lesehund aus einem Buch vor, das dem Kind gefällt. Beim Vorlesen darf das Kind ganz nah beim Hund sein, ihn berühren, streicheln und je nach Grösse von Kind und Hund, auch an ihm anlehnen. Das (Vor)lesen kann so vom Kind von einem negativen in ein positives Erlebnis verändert werden. Der Hund hört einfach nur zu. Er urteilt nicht, er baut keinen Druck auf. Er kann seine Ruhe auf das Kind übertragen. Das Vorlesen wird nach und nach mit Freude verbunden, die Motivation und das Selbstvertrauen kehren zurück. Es kann sich sogar positiv auf Schulnoten auswirken.

Der Lesehundeführer oder die Lesehundeführerin hört dem Kind ebenfalls beim Lesen zu. Es gibt aber keinen Druck durch Benotung oder durch mithörende MitschülerInnen. Der Hundeführer oder die Hundeführerin hilft aber beim Lesen und beim Textverständnis, hilft bei falsch gelesenen und unklaren Wörtern und beobachtet den Fortschritt über die Dauer der Einsätze hinweg. Er/sie gibt Rückmeldung an die Eltern oder die Lehrperson.

Die Kinder sind alleine oder in kleinen Gruppen beim Lesehund. Je nach Anzahl der Kinder dauert eine Vorlesung ungefähr 20 bis 45 Minuten, wir richten uns dabei nach Geduld und Ausdauer der Kinder und natürlich auch nach dem Wohlbefinden des Hundes. Ist ein Kind alleine beim Vorlesen, dauert ein Lesehund-Einsatz ungefähr 15 bis 20 Minuten.

Das Vorlesen ist ein wichtiger Bestandteil, aber nicht alles. Das Kind darf sich mit dem Hund beschäftigen. Durch positive Erfahrungen soll so das Endziel, das Ablegen der Leseschwäche, erreicht werden können. Wichtig ist ein kollegiales, lockeres und unkompliziertes Verhältnis unter allen beteiligten. So kann ein Einsatz auch mal ein paar Minuten länger dauern, wenns gerade gut läuft oder lustig ist.

Weitere sehr ausführliche Informationen findest du auf lesehund.ch.

Beim allerersten Einsatz geht es darum, dass sich alle beteiligten kennenlernen. Findet der Einsatz bei einem Kind zu Hause statt, muss Lia sich erst mal zurechtfinden und alles beschnuppern. Ich werde erzählen, worum es geht, wie es abläuft und hoffentlich alle offenen Fragen beantworten.

Wer?

Lia ist eine Labrador Retriever Hündin. Sie ist am 3. März 2024 in Oberarth SZ geboren und während den ersten 10 Monaten bei ihrer Mutter und Geschwister aufgewachsen. Sie ist in Hundejahren also ein richtiger Teenie und häufig noch sehr verspielt.
Seit Dezember 2024 ist sie bei uns in Steinhausen in der Familie bei zwei Erwachsenen, zwei Teenies und einem lebhaften Viertklässler (und drei Meerschweinchen). Hier läuft fast immer etwas. Manchmal ist es leise, manchmal laut. Manchmal sind alle da, manchmal niemand. Lia kann mit diesen Situationen gut umgehen. Im Quartier rundherum hat es viele Kinder und Lia ist bei diesen sehr beliebt. Auch sie mag die Kinder sehr und wenn jemand sie zum spielen auffordert, ist sie fast immer dafür zu haben. Trotzdem, dass sie manchmal wild beim Spielen ist, ist sie eine sehr ruhige Hündin. Sie bellt ganz selten, lässt sich, wie es sich für einen Lesehund gehört, überall anfassen und liebt es, gestreichelt zu werden, vor allem am Bauch.

Ich, Dominik, bin ihr Besitzer und Hundeführer. Ich bin 42 Jahre alt, Informatiker, Vater vor 3 Kindern.

Zusammen haben wir die Ausbildung zum Lesehunde-Team beim Therapiehunde-Zentrum Schweiz im November 2025 erfolgreich abgeschlossen.

Wo?

Unser Einsatzgebiet ist überall dort, wo man in Steinhausen zu Fuss hinkommt. Sowohl Lia als auch ich lieben und brauchen Bewegung. Darum kommen wir sehr gern zu Fuss zu den Vorlese-Einsätzen. Es fällt uns dann leichter, die paar Minuten still zu sitzen 🙂

Wieviel?

Kinder pro Einsatz? Maximal vier. Sonst wird es langweilig für diejenigen die gerade nicht lesen.

Geld es kostet? 50 Franken für einen Einsatz von 45 Minuten für eine kleine Gruppe. 25 Franken für ein Einzelkind und etwa 20 Minuten.

Einsätze es braucht, bis Fortschritte erkennbar sind? Das hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Wie ausgeprägt ist die Leseschwäche und wie gut spricht das Kind auf das Lesehund-Training an? Man geht davon aus, dass nach 10 Einsätzen deutliche Fortschritte festzustellen sind. Wichtig sind regelmässige und stressfreie Vorlese-Einsätze.

Du möchtest deinem Kind mit einem Lesehund helfen aber hast noch Fragen? Du hast Interesse, uns und unsere Arbeit kennenzulernen?

Super, das freut uns. Du kannst Dich gerne bei uns per E-Mail melden unter info@lesehund-lia.ch